Letztes Jahr habe ich mich zum ersten Mal bewusst mit den Rauhnächten beschäftigt. Schon lange war ich neugierig darauf, doch bisher fehlte mir die Muße, mich intensiv damit auseinanderzusetzen. Bevor ich euch von meinem Lieblingsritual erzähle, möchte ich zunächst etwas Allgemeines zu den Rauhnächten erläutern. Die Zeit zwischen Weihnachten und Anfang Januar war für mich schon immer etwas Besonderes – nicht nur, weil meine Mutter direkt nach Weihnachten Geburtstag hat und wir deshalb gewissermaßen einen „vierten Weihnachtstag“ feiern. Trotz meiner oft eher chaotischen Planung habe ich mir stets bewusst Zeit genommen, um zurückzublicken: Ich reflektiere darüber, wohin ich im kommenden Jahr gehen möchte, welche Erfahrungen und Erfolge ich in den vergangenen zwölf Monaten gemacht habe, was gut gelaufen ist und wo noch Entwicklungspotenzial besteht.
Chaotische Planung – das lag vor allem daran, dass ich in diesen Tagen oft mehr geplant hatte als sonst in einem ganzen Monat.
Nun aber was sind die Rauhnächte?
Die Rauhnächte, auch als „heilige Nächte“ zwischen den Jahren bekannt, markieren eine besondere Übergangszeit: Das Vergangene des alten Jahres geht zu Ende, während das Neue noch nicht begonnen hat. Diese zwölf Nächte bilden eine Phase, in der der Schleier zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt besonders dünn ist. Das Bewusstsein ist in dieser Zeit offener, und die Grenze zwischen dem Wahrnehmbaren und dem Übersinnlichen beginnt zu verschwimmen. So entsteht Raum für tiefere Einsichten und inspirierende Eingebungen.
Traditionell lädt diese Zeit dazu ein, nach innen zu blicken und sich mit Offenheit und Neugier auf Prozesse der Reinigung und Transformation einzulassen. Jeder einzelne Tag der Rauhnächte steht symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres.
Wann beginnen und enden die Rauhnächte?
Heutzutage werden die Rauhnächte und die damit verbundenen Rituale meist zwischen Heiligabend und dem Dreikönigstag praktiziert. Sie beginnen demnach in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember (um Mitternacht) und dauern bis zum 5. beziehungsweise 6. Januar an.
Eine Rauhnacht erstreckt sich entweder von Mitternacht bis 23:59 Uhr desselben Tages oder von Dämmerung zu Dämmerung.
Die letzte Nacht symbolisiert den Abschluss dieser besonderen Übergangszeit. Viele nutzen diesen Tag für ein abschließendes Ritual: Sie verbrennen ihre Wünsche, räuchern ihr Zuhause oder formulieren Intentionen für das kommende Jahr.
Es gibt zahlreiche typische Rituale, wie zum Beispiel:
- Räuchern
- Klangrituale
- Journaling: Notizen und Impulse unterstützen dabei, die Themen des vergangenen Jahres besser zu reflektieren und mehr Klarheit zu gewinnen. Besonders hilfreich ist hierfür auch mein Gefühlstagebuch.
Ritual der 13 Wünsche: Ein weitverbreitetes Ritual besteht darin, 13 Wünsche jeweils auf einen Zettel aufzuschreiben und jeden Tag einen Zettel zu verbrennen. Genau dieses Ritual möchte ich euch im Folgenden näher vorstellen.
Das Ritual der 13 Wünsche
Nimm dir in einer ruhigen, entspannten Minute vor dem 25. Dezember Zeit und notiere dreizehn Wünsche für das kommende Jahr – jeweils auf einen einzelnen Zettel.
Während der zwölf Rauhnächte ziehst du jeden Abend einen Zettel, ohne den darauf stehenden Wunsch zu lesen, und verbrennst ihn anschließend in einem feuerfesten Gefäß.
Der letzte, der 13. Wunsch, bleibt übrig und wird am Ende der Rauhnächte geöffnet. Dieser Wunsch symbolisiert dein persönliches Thema für das neue Jahr – etwas, an dem du wachsen darfst, dich intensiv damit auseinandersetzen darfst – das Thema, was du verwirklichen darfst.
Beginne am Abend des ersten Rauhnachtstags (25. Dezember) mit dem Ziehen und Verbrennen des ersten Wunsches. Am letzten Rauhnachtstag öffnest du den verbliebenen Zettel und bewahrst ihn als Essenz für dein neues Jahr auf.
Ideen und Vorschläge für deine Wünsche für das Rauhnächte-Ritual
- Vertrauen und Glaube an mich
- Struktur in meinem Alltag
- Momente der Ruhe
- Auf meine Körper hören
- Mir selbst zuhören
- mich in den Arm nehmen, wenn ich es brauche
- Entschleunigung
- Klarheit
- Wertschätzung von mir selbst
- Kein Muss mehr, nur ein ich kann
- Zeit für Freunde, Familie
- gesunde Ernährung
- Sport und Bewegung
- Prioritäten von Aufgaben setzen
- Glücklich sein
- das Gefühl der Schuld loslassen
- Liebe
- …
Im vergangenen Jahr bin ich auf das für mich besonderes Ritual gestoßen. Ich notierte mir meine Wünsche und.ich hätte noch 13 Zettel schreiben können. Am 25. Dezember begann ich dann, diese Zettel nach und nach jeden Tag zu verbrennen, voller Neugier darauf, welches Thema oder welcher Wunsch sich zeigen würde.
Dieses Thema begleitete mich das gesamte Jahr 2025 und war Gegenstand intensiver persönlicher Arbeit: Vertrauen in mich selbst und Vertrauen ins Leben. Zu diesem Thema habe ich bereits letzte Woche einen weiteren Blogbeitrag veröffentlicht.
Im Laufe des Jahres wurde mir immer bewusster, wie sehr dieses Vertrauen mein Handeln und meine Entscheidungen beeinflusst. Dabei wurde mir klar, dass Vertrauen kein Zustand ist, den man einfach erreicht, sondern ein fortwährender Prozess,
